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Solarworld
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Solarworld (Eigenschreibweise: SolarWorld) war ein deutscher Industriekonzern in der Solarbranche. Das Unternehmen stellte monokristalline Solarmodule her und war im internationalen Vertrieb monokristalliner Solarstromtechnologie aktiv. Der Herstellungsprozess umfasste die Herstellung von Solarzellen und Solarmodulen bis zu schlĂŒsselfertigen Photovoltaikanlagen. Das Unternehmen war mit Standorten in drei LĂ€ndern vertreten. Produziert wurde im sĂ€chsischen Freiberg und im thĂŒringischen Arnstadt. Nach der Insolvenz der Solarworld AG im Mai 2017 ĂŒbernahm im August 2017 die Solarworld Industries GmbH deren deutsche FertigungsstĂ€tten und die Vertriebsgesellschaften in Europa, Asien und Afrika. Die Solarworld Industries GmbH beantragte im MĂ€rz 2018 ebenfalls die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens. Im September 2018 wurde die Produktion eingestellt.

Contents

‱ Aktie
‱ Kennzahlen
‱ Weblinks

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Organisation

Die Solarworld Industries war als eine GmbH organisiert. Ihre GeschĂ€ftseinheiten befanden sich in Arnstadt (Fertigung von Solarzellen) Freiberg (Fertigung von Modulen) und Bonn (Verwaltung und Vertrieb). Der Vertrieb des Unternehmens war außerdem in Singapur und SĂŒdafrika vertreten.

Geschichte der Solarworld AG

Frank Asbeck war Vorstandsvorsitzender der Solarworld AG und grĂŒndete 1988 ein IngenieurbĂŒro fĂŒr Industrieanlagen in Bonn. 1995 wurde der Handel mit Photovoltaik-Modulen, Wechselrichtern, Komponenten sowie BausĂ€tzen und Systemlösungen etabliert. 1998 ĂŒbernahm die neu gegrĂŒndete Solarworld sĂ€mtliche GeschĂ€ftsaktivitĂ€ten des IngenieurbĂŒros im Bereich Solarenergie. Der Börsengang des Unternehmens erfolgte anschließend im November 1999. Solarworld konnte, wie die gesamte Branche, sehr schnell wachsen, bedingt durch die Förderung von Solarstrom durch das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG). Solarworld erhielt auch direkte Subventionen durch staatliche Fördergelder, in Deutschland waren es von 2003 bis 2011 rund 130 Millionen Euro.cite-ref-3[3]

Im Jahr 2000 startete am deutschen Produktionsstandort Freiberg die Waferproduktion. 2001 wurde die Solar Factory GmbH in Freiberg gegrĂŒndet; hier begann 2003 die vollautomatisierte Modulproduktion.

Mit Einweihung der Deutschen Cell GmbH im Jahr 2002 entstand in Freiberg die erste konzerneigene Zellfertigung. 2004 wurde Solarworld als PreistrĂ€ger im Wettbewerb Großer Preis des Mittelstandes der Oskar-Patzelt-Stiftung ausgezeichnet.cite-ref-4[4]

2005 wurden die fĂŒr den Ausbau des internationalen GeschĂ€fts zentralen Vertriebszweige in den USA und Europa mit der GrĂŒndung der Vertriebsgesellschaften Solarworld California Inc./USA und Solarworld IbĂ©rica S.L./Spanien ausgeweitet. Am US-Standort Hillsboro in Oregon wurde 2006 die Produktion durch die Übernahme der solaren SiliziumaktivitĂ€ten der Shell-Gruppe ausgebaut. Der Kauf einer weiteren Fertigung solarer Wafer- und Zellenproduktion im Jahr 2007 ließ die ProduktionskapazitĂ€t abermals ansteigen.

In den USA wurde 2010 ein neues, vollautomatisiertes Modulwerk am Standort Hillsboro eingeweiht.

Im gleichen Jahr wurden in Freiberg eine neue Solarwaferfertigung in Betrieb genommencite-ref-5[5] und ein Forschungs- und Entwicklungszentrum eingeweiht.cite-ref-6[6]

Seit 2010 war die Solarworld an dem Joint Venture Qatar Solar Technologies Q.S.C. mit Sitz im Emirat Katar beteiligt. Im Januar 2011 erfolgte die Übernahme der Solarparc AG, Bonn, mittels Squeeze-out.

Im MĂ€rz 2011 erhielt das Unternehmen die Aufsuchungsrechte fĂŒr Lithium im Erzgebirge. Der Rohstoff wird vor allem fĂŒr die Herstellung von Batterien zur Speicherung von Solarstrom benötigt.

Im Mai 2011 wurde in Freiberg die neue vollautomatisierte ModulfertigungsstÀtte Solar Factory III in Betrieb genommen.cite-ref-7[7]

Übernahmeangebot fĂŒr Opel

Am 19. November 2008 kĂŒndigte das Unternehmen an, alle vier deutschen Opel-Werke sowie das Entwicklungszentrum der Adam Opel GmbH zu ĂŒbernehmen.cite-ref-8[8] Ein entsprechendes Angebot sollte dem amerikanischen Mutterkonzern, General Motors (GM), unterbreitet werden.

Kernvoraussetzung fĂŒr die Abgabe des Angebotes war die komplette Trennung von Opel aus dem GM-Konzern und eine Kompensationszahlung von 40.000 Euro pro deutschem Arbeitsplatz. Die gesamte Kompensationshöhe lag damit nach Unternehmensangaben bei rund einer Milliarde Euro. FĂŒr die Übernahme hĂ€tte Solarworld fĂŒr Opel Barmittel in Höhe von 250 Millionen Euro und Banklinien von 750 Millionen Euro – vorbehaltlich einer BundesbĂŒrgschaft – bereitstellen können. Solarworld wollte Opel zum „ersten grĂŒnen europĂ€ischen Autokonzern weiterentwickeln.“ Opel beschĂ€ftigte zu jenem Zeitpunkt am Stammsitz im hessischen RĂŒsselsheim sowie in Bochum (Nordrhein-Westfalen), Eisenach (ThĂŒringen) und Kaiserslautern (Rheinland-Pfalz) knapp 30.000 Menschen.

Am Tag der Bekanntgabe sackte der Börsenkurs von Solarworld um 13 % ein.cite-ref-0-9-0[9] Vereinzelt bewerteten AktienhĂ€ndler diese AnkĂŒndigung als PR-Gag.cite-ref-0-9-1[9] Solarworld-Chef Frank Asbeck sagte, sein Angebot sei durchaus ernst gemeint.cite-ref-10[10] Der US-Automobilkonzern General Motors, zu dem die Adam Opel GmbH damals gehörte, lehnte das Angebot ab. Wie eine Konzernsprecherin mitteilte, stehe Opel nicht zum Verkauf.cite-ref-11[11]

Erste Krise des Unternehmens

Nachdem das Unternehmen lange hohe Gewinne machte, rutschte es im Zuge der Krise der gesamten Solarbranche 2011 sehr deutlich in die Verlustzone. Auch der jahrelang rasant steigende Umsatz war seither stark rĂŒcklĂ€ufig. Der Umsatz brach im Jahr 2012 von 1,05 Mrd. Euro auf 606 Mio. Euro ein. Der operative Verlust erhöhte sich und betrug zum Jahresende 492,4 Mio. Euro. Die vorhandenen liquiden Mittel sanken von 553,5 Mio. Euro auf 224 Mio. Euro.cite-ref-12[12] Am 24. Januar 2013 rĂ€umte das Unternehmen in einer Ad-hoc-Meldung schwere finanzielle Probleme ein.cite-ref-13[13]cite-ref-14[14] GrĂŒnde fĂŒr die zunehmenden wirtschaftlichen Probleme waren ein zunehmend harter Preiskampf und langfristige Abnahmeverpflichtungen fĂŒr Silizium, die wegen fallender Siliziumpreise zunehmend unwirtschaftlich wurden.cite-ref-15[15] 2012 sorgte zudem eine außerplanmĂ€ĂŸige KĂŒrzung der EEG-Förderung fĂŒr eine deutlich sinkende Nachfrage.

In der Folgezeit kam es zu Verhandlungen des Unternehmens mit den GlĂ€ubigern, die aber vorerst ergebnislos blieben. Am 17. April 2013 teilte Solarworld mit, dass im Einzelabschluss der Solarworld AG gemĂ€ĂŸ HGB das Eigenkapital auf einen negativen Wert gefallen sei.cite-ref-16[16] In einem solchen Fall muss der Vorstand gemĂ€ĂŸ § 15a in Verbindung mit § 19 Abs. 2 der Insolvenzordnung spĂ€testens nach drei Wochen einen Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens stellen, es sei denn, „die FortfĂŒhrung des Unternehmens ist nach den UmstĂ€nden ĂŒberwiegend wahrscheinlich“.

Ende April 2013 wurde bekannt, dass durch einen weitgehenden Schuldenerlass die langfristigen Verbindlichkeiten der Firma um 60 Prozent reduziert werden sollen. Nach einem Kapitalschnitt um 95 Prozent sollten jeweils 150 alte Aktien in eine neue Aktie eingetauscht und im Rahmen einer anschließenden Kapitalerhöhung die bisherigen GlĂ€ubiger HaupteigentĂŒmer des Unternehmens werden. Die AktionĂ€re wurden im Juli 2013 auf einer ersten außerordentlichen Hauptversammlung ĂŒber die Lage des Unternehmens informiert und sollten auf einer weiteren außerordentlichen Hauptversammlung ĂŒber die vorgeschlagenen Kapitalmaßnahmen beschließen.cite-ref-17[17]

Gegen diese Kapitalmaßnahmen gab es einige Klagen, so dass sich die Umsetzung bis Januar 2014 verzögerte.cite-ref-18[18] Der Anteil des bisherigen HauptaktionĂ€rs Frank Asbeck wĂŒrde infolge der Kapitalmaßnahmen von 28 Prozent auf etwa ein Prozent sinken.cite-ref-19[19] Er wollte jedoch seinen Anteil wieder auf 21 Prozent aufstocken.cite-ref-20[20] Neuer Partner wurde Qatar Solar Technologies (QSTec), ein Joint Venture von Solarworld mit der Qatar Development Bank und Qatar Solar (Tochterfirma der Qatar Foundation), das fĂŒr 35 Millionen Euro rund 29 Prozent der Aktien erwarb und zusĂ€tzlich 50 Millionen Euro Kredit gab.cite-ref-21[21]

Im August 2013 haben AnleiheglĂ€ubiger dem Rettungskonzept fĂŒr das Unternehmen mit großer Mehrheit zugestimmt.cite-ref-22[22] Nach dem erst im Januar 2014 veröffentlichten geprĂŒften Konzernbericht fĂŒr 2012 war das Eigenkapital des gesamten Konzerns zum 31. Dezember 2012 aufgezehrt.cite-ref-23[23]

Rechtsstreit mit Hemlock

In den USA ist seit 2013 eine Klage des Siliziumlieferanten Hemlock Semiconductor PTE Ltd gegen die Deutsche Solar, eine Tochtergesellschaft von Solarworld, anhĂ€ngig. Die Deutsche Solar hatte einen langfristigen Liefervertrag mit Hemlock abgeschlossen. Nachdem der Siliziumpreis weltweit gefallen war, hat Solarworld die vertragliche Abnahmeverpflichtung nicht mehr erfĂŒllt. Solarworld argumentiert, der Vertrag sei nichtig, da er gegen europĂ€isches Kartellrecht verstoße und gemĂ€ĂŸ US-Recht bei Dumpingpreisen eine Ausnahmesituation gegeben sei.cite-ref-24[24]cite-ref-25[25] Am 26. Juli 2016 gab ein Einzelrichter in Michigan der Klage von Hemlock ĂŒber 793 Millionen Dollar in erster Instanz statt.cite-ref-26[26] Solarworld kĂŒndigte an, dagegen Rechtsmittel einzulegen.cite-ref-27[27]

Restrukturierung

Im April 2013 signalisierte das Unternehmen Interesse an der Übernahme der Bosch Solar Energy mit Sitz in Arnstadt.cite-ref-28[28]cite-ref-29[29] Der Vertrag dazu wurde am 26. November 2013 unterzeichnet.cite-ref-30[30]

Am 24. Februar 2014 wurde die finanzielle Restrukturierung abgeschlossen.cite-ref-31[31]

Im MĂ€rz 2014 ĂŒbernahm Solarworld die FertigungsstĂ€tten von Bosch in Arnstadt und erhielt hierfĂŒr von Bosch 130 Mio. Euro.cite-ref-32[32] Dies wurde 2019 von dem chinesischen Batteriehersteller Contemporary Amperex Technology (CATL) ĂŒbernommen.cite-ref-thuering-2019-33-0[33]cite-ref-electrive-34-0[34]

Am Ende des GeschĂ€ftsjahres 2015 verzeichnete die Solarworld AG einen LiquiditĂ€tsĂŒberschuss; aufgrund der VertrĂ€ge mit den GlĂ€ubigern konnten Sondertilgungen erfolgen.cite-ref-35[35] GegenĂŒber dem Jahr 2014 konnte der Umsatz 2015 von 573,4 auf 763,5 Millionen Euro gesteigert werden und ĂŒbertraf damit die Zahlen der vorangegangenen drei Jahre.cite-ref-36[36]

2016 stieg die Zahl der Mitarbeiter des Konzerns auf 3.800.cite-ref-37[37]

Im ersten Quartal 2017 erwirtschaftete Solarworld bei 186 Millionen Euro Umsatz einen Verlust vor Zinsen und Steuern in Höhe von 28 Millionen Euro.cite-ref-38[38]

Insolvenzen

Am 10. Mai 2017 gab die Solarworld AG bekannt, keine positive Fortbestehensprognose mehr zu haben, ĂŒberschuldet zu sein und unverzĂŒglich einen Insolvenzantrag stellen zu wollen;cite-ref-39[39] am folgenden Tag wurde der Antrag beim Amtsgericht Bonn eingereicht.cite-ref-40[40] FĂŒr die Tochtergesellschaften SolarWorld Industries Sachsen GmbH, SolarWorld Industries ThĂŒringen GmbH, SolarWorld Industries Deutschland GmbH und SolarWorld Innovations GmbH wurden am 12. Mai 2017 ebenfalls InsolvenzantrĂ€ge gestellt.cite-ref-41[41]

Der Insolvenzverwalter verĂ€ußerte fast das gesamte Sachanlagevermögen, alle VorrĂ€te und alle immateriellen VermögensgegenstĂ€nde der insolventen Gesellschaften sowie deren GeschĂ€ftsanteile an auslĂ€ndischen Solarworld-Tochtergesellschaften an die SolarWorld Industries GmbH, die erst im Juli 2017 gegrĂŒndet wurde und deren GeschĂ€ftsfĂŒhrer Frank Asbeck war. Der Kaufpreis bestand hauptsĂ€chlich aus der Übernahme von Verbindlichkeiten der insolventen Gesellschaften. Am 11. August 2017 stimmte die GlĂ€ubigerversammlung dem Verkauf zu.

Am 27. MÀrz 2018 stellte auch die SolarWorld Industries GmbH beim Amtsgericht Bonn einen Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens. Christoph Niering wurde zum vorlÀufigen Insolvenzverwalter ernannt.cite-ref-42[42]cite-ref-43[43] Infolge dieser Insolvenz wurde die Produktion vollstÀndig eingestellt. Am 8. September 2018 endete die Fertigung von Solarmodulen in Freiberg. Die Produktion von Solarzellen in Arnstadt war bereits vorher ausgelaufen.cite-ref-44[44]cite-ref-45[45]

Folgen fĂŒr die BeschĂ€ftigten

150 Mitarbeiter der Konzernzentrale in Bonn wurden zum 1. August 2017 dauerhaft freigestellt, weitere 65 Mitarbeiter verblieben zur Liquidierung des Unternehmens.cite-ref-46[46]

Insgesamt 475 Mitarbeiter an den Standorten Freiberg und Arnstadt wurden von der SolarWorld Industries GmbH ĂŒbernommen. 1.200 nicht ĂŒbernommene Mitarbeiter sollten zunĂ€chst in einer von den Investoren finanzierten Transfergesellschaft aufgefangen werden.cite-ref-47[47]cite-ref-faz-15146885-48-0[48]

Anfang August 2018 wechselten 216 Solarworld-BeschĂ€ftigte in eine Transfergesellschaft, welche Ende Januar 2019 auslief. 180 ehemalige Mitarbeiter fanden eine neue BeschĂ€ftigung, die ĂŒbrigen 36 haben sich zum Februar 2019 arbeitslos gemeldet.cite-ref-insovenz2019-1-1[1]

Schadenersatzklage wegen Insolvenzverschleppung

Wegen des Vorwurfs der Insolvenzverschleppung vor der ersten Insolvenz 2017 erhob Insolvenzverwalter Horst Piepenburg eine Schadensersatzklage in dreistelliger Millionenhöhe gegen mehrere frĂŒhere Vorstandsmitglieder, ĂŒber die das Landgericht Bonn am 8. September 2022 erstmals verhandelte.cite-ref-49[49]

Aktie

Die Aktien notierten erstmals am 8. November 1999 im Freiverkehr der Börse DĂŒsseldorf sowie in der Folge auch an anderen deutschen BörsenplĂ€tzen. Nach anfĂ€nglichem Interesse seitens der Anleger erlebte die Aktie ihren ersten KursrĂŒckgang in den Jahren 2001–2003, stieg dann aber bis November 2007 auf fast 48 Euro. Bedingt durch die weltweite Finanzkrise ab 2007 und die Krise des Unternehmens selbst fiel der Kurs im Laufe der Folgejahre und bis 23. Dezember 2013 auf ein historisches Tief von 0,37 Euro. Dies wiederum fĂŒhrte zu Spekulationen: am 20. Dezember erreichte die Zahl der im XETRA gehandelten Aktien insgesamt fast 2 Millionen StĂŒck.

Im Juni 2003 wurde die Solarworld in den Prime Standard der Deutschen Börse aufgenommen. Gleichzeitig erfolgte die Aufnahme der Aktie in den internationalen ethisch-ökologischen Natur-Aktien-Index (NAI), aus dem sie mit Wirkung zum 9. Februar 2016 ausschied. Von Dezember 2004 bis MĂ€rz 2013 war die Aktie im TecDax notiert. Im August 2006 wurde Solarworld in den Aktienindex fĂŒr erneuerbare Energien (RENIXX) aufgenommen und am 4. Juni 2007 in den ÖkoDAX. Außerdem war die Aktie von Anfang an im Photovoltaik Global 30 Index notiert.

Der Streubesitz lag bis zum Kapitalschnitt im Jahr 2013 bei 71 %. HauptaktionĂ€r war Frank Asbeck mit rund 28 %,cite-ref-50[50] sein Anteil sank bis Mitte Januar 2014 auf unter 20 %cite-ref-51[51] Nachdem im Rahmen der Kapitalmaßnahmen 150 alte Aktien in eine neue Aktie umgetauscht wurden, lag der Kurs einer Aktie im Januar 2014 bei etwa 30 Euro. Ende 2015 lag der Anteil der Aktien im Streubesitz bei 50,2 %.cite-ref-52[52] Am 25. Juli 2016 erreichte der Aktienkurs ein historisches Tief mit 4,85 Euro im XETRA.cite-ref-53[53] Die Mitgliedschaft im Prime Standard endete im Dezember 2017.cite-ref-54[54]

Kennzahlen

Nachdem der Konzern lange Zeit Gewinne erzielt hatte und eine Eigenkapitalquote von mehr als 30 % aufwies, setzte 2011 eine negative Entwicklung ein. 2014 erzielte der Konzern erstmals seit 2010 wieder einen Überschuss, was vor allem auf den Schuldenerlass im Rahmen der finanziellen Strukturierung zurĂŒckgeht. Dadurch stieg das Eigenkapital stark an.

AusgewÀhlte Kennzahlen:

| | 2007 [ 55 ] | 2008 [ 56 ] | 2009 [ 57 ] | 2010 [ 58 ] | 2011 [ 59 ] | 2012 [ 60 ] | 2013 [ 61 ] | 2014 [ 62 ] | 2015 [ 63 ] | 2016 [ 64 ] |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Umsatzerlöse (Mio. €) | 698,8 | 900,3 | 1012,6 | 1304,7 | 1046,9 | 606,4 | 455,8 | 573,4 | 763,5 | 803,1 |
| EBIT (Mio. €) | 198,9 | 260,8 | 151,8 | 192,8 | −233,2 | −620,3 | −188,7 | 62,4 [2] | −4,2 | −98,8 |
| Gewinn (Mio. €) | 113,3 | 148,7 | 59,0 | 87,3 | −299,3 | −606,3 | −228,3 | 464,2 [2] | −33,3 | −91,9 |
| Eigenkapital (Mio. €) [1] | 691,5 | 841,1 | 865,5 | 922,9 | 630,8 | −11,4 | −243,1 | 238,7 | 208,9 | 121,8 |
| Bilanzsumme (Mio. €) [1] | 1704,5 | 2120,6 | 2217,1 | 2635,3 | 2277,8 | 1192,2 | 931,8 | 915,3 | 868,7 | 686,9 |
| Eigenkapitalquote (%) [1] | 40,6 | 39,7 | 39,0 | 35,0 | 27,7 | −1,0 | −26,1 | 26,1 | 24,0 | 17,7 |
| Mitarbeiter [1] | 1486 | 1825 | 2000 | 2376 | 2701 | 2355 | 2073 | 2730 | 2932 | 3034 |
| Aufwand fĂŒr Forschung und Entwicklung (Mio. €) | 10,8 | 13,0 | 12,0 | 19,2 | 27,2 | 49,1 | 26,5 | 29,0 | 23,3 | 26,0 |
| [1] Stand am Jahresende ; [2] starke positive Sondereffekte durch finanzielle Restrukturierung und Übernahme des Werkes Arnstadt | [1] Stand am Jahresende ; [2] starke positive Sondereffekte durch finanzielle Restrukturierung und Übernahme des Werkes Arnstadt | [1] Stand am Jahresende ; [2] starke positive Sondereffekte durch finanzielle Restrukturierung und Übernahme des Werkes Arnstadt | [1] Stand am Jahresende ; [2] starke positive Sondereffekte durch finanzielle Restrukturierung und Übernahme des Werkes Arnstadt | [1] Stand am Jahresende ; [2] starke positive Sondereffekte durch finanzielle Restrukturierung und Übernahme des Werkes Arnstadt | [1] Stand am Jahresende ; [2] starke positive Sondereffekte durch finanzielle Restrukturierung und Übernahme des Werkes Arnstadt | [1] Stand am Jahresende ; [2] starke positive Sondereffekte durch finanzielle Restrukturierung und Übernahme des Werkes Arnstadt | [1] Stand am Jahresende ; [2] starke positive Sondereffekte durch finanzielle Restrukturierung und Übernahme des Werkes Arnstadt | [1] Stand am Jahresende ; [2] starke positive Sondereffekte durch finanzielle Restrukturierung und Übernahme des Werkes Arnstadt | [1] Stand am Jahresende ; [2] starke positive Sondereffekte durch finanzielle Restrukturierung und Übernahme des Werkes Arnstadt | [1] Stand am Jahresende ; [2] starke positive Sondereffekte durch finanzielle Restrukturierung und Übernahme des Werkes Arnstadt |

Marke und Werbekampagnen

2008 spendete Solarworld dem Vatikan die erste Solaranlage fĂŒr den Kirchenstaat. Die knapp 2400 Module bei 222 kWp umfassende Anlage wurde im gleichen Jahr auf der vatikanischen Audienzhalle errichtet.cite-ref-65[65] Im Sommer 2009 startete Solarworld eine Werbekampagne mit Fußballnationalspieler Lukas Podolski. Durch die von Regisseur Sönke Wortmann produzierten TV-Werbespots und Plakatkampagnen hat der Konzern seinen Bekanntheitsgrad in Deutschland maßgeblich gesteigert. Von 2010 bis 2012 lief eine Kampagne mit Larry Hagman (bekannt aus der Fernsehserie Dallas), der in den Werbespots seinen Umstieg von Öl auf Solarenergie erklĂ€rt. 2012 war ein weiterer Werbespot von Solarworld unter dem Motto Wir steigern Ihr Bruttosolarprodukt zu sehen. Darsteller sind der Schauspieler Bill Mockridge sowie die Schauspielerin und Kabarettistin Margie Kinsky. 2014 vollzog die Solarworld, unter dem Motto „Real Value“, einen Relaunch ihres globalen Markenauftritts, welcher 2015 um die internationale Kampagne „40 Jahre Echte Werte“ ergĂ€nzt wurde.cite-ref-66[66]

Konkurrenzsituation

Am Weltmarkt agierten chinesische Hersteller sehr erfolgreich, beispielsweise wegen staatlicher Subventionen und Kredite. 2012 verhĂ€ngte die US-Regierung deswegen Strafzölle; die EU-Kommission ermittelte wegen wettbewerbsverzerrender Subventionen.cite-ref-welt-114614441-67-0[67] Mit den von China angebotenen Niedrigpreisen konnte Solarworld – wie einige andere Unternehmen – nicht konkurrieren.cite-ref-68[68]

2012 sollen Hacker kurz nach einer Klage gegen chinesische Konkurrenten wegen angeblichen Dumpings erfolgreich bei Solarworld USA in Hillsboro/Oregon eingedrungen sein. Die Spione lasen die Kommunikation des Unternehmens mit seinen AnwĂ€lten ĂŒber die Dumpingklage mit und beschafften sich Informationen ĂŒber Produktionsverfahren und -techniken.cite-ref-69[69]

Weblinks

Commons

: SolarWorld

– Sammlung von Bildern

‱ Website der Solarworld AG

Einzelnachweise

cite-note-insovenz2019-11. Kein Investor fĂŒr freiberger Solarworldwerk. finanznachrichten.de, abgerufen am 13. Februar 2019.
cite-note-21. Solarworld AG: Konzern-Zwischenbericht Q3 2016. Abgerufen am 1. Januar 2017.
cite-note-33. ↑ Wirtschaftswoche: Solarworld kassiert ab. Abgerufen am 31. Januar 2013.
cite-note-44. ↑ Solarworld AG, kompetenznetz mittelstand, abgerufen am 13. MĂ€rz 2012.
cite-note-55. ↑ Bonner Presseblog – Bundesumweltminister Röttgen weiht neue Solarwaferfertigung ein
cite-note-66. ↑ Solarworld setzt auf Forschungs- und Entwicklungszentrum in Freiberg, Silicon-Saxony, 27. September 2010, aufgerufen 26. Juni 2013.
cite-note-77. ↑ SolarWorld AG eröffnet Deutschlands grĂ¶ĂŸte Modulfertigung, Pressemitteilung der Solarworld vom 20. Mai 2011
cite-note-88. ↑ Solarworld AG: SolarWorld AG plant Übernahmeangebot fĂŒr deutsche Opel-Standorte. 19. November 2008, abgerufen am 1. Juni 2010.
cite-note-0-99. ↑ Der Spiegel: Solarfabrikant Asbeck verblĂŒfft mit Offerte fĂŒr Opel-Werke. 19. November 2008, abgerufen am 1. Juni 2010.
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